Paris, Un jour à Paris
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August: Ein Tag in Paris…
Paris Plages
Père Lachaise
und die Nautilus

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Im Hochsommer spielt sich viel draußen ab, natürlich auch in Paris und deshalb zeige ich euch heute mal, wohin man sich flüchten kann, wenn einem in Paris alles zu heiß und zu laut wird. Wir besuchen zusammen einen der Strände von Paris, einen kühlen Rückzugsort der prominenten Seelen von Paris, hängen ein bisschen im Park rum, ihr erfahrt wo ihr euch wie im Roman Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer fühlen könnt und wo der Himmel voller Metall hängt.

Für die Adressen aus dem August, gibt es diesmal auch wieder eine Karte, sie soll euch als Orientierung in Paris dienen. Links oben im Menü könnt ihr auswählen, ob ihr euch alle Monate anzeigen lassen wollt, oder z.B. nur den Monat August.

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L’église Saint-Eustache im Herzen von Les Halles
Rue Rambuteau, 75001 Paris

Zuerst geht es in das 1. Arrondissement nach Les Halles. Denn ich muss bei E. Dehillerin eine Bestellung abholen, auf die ich schon lange gewartet habe. Patisserie- und Kochverrückte kennen das Geschäft Dehillerin bestimmt schon. Nicht weit von der Haltestelle Les Halles und von der Kirche Saint Eustache, finde man dieses Wunderland, aus einem Sammelsurium an Utensilien für Küche und Patisserie.

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Rue Rambuteau & Rue de Turbigo
Auf dem Weg zu E. Dehillerin.

Von der Métro Station Les Halles geht es direkt über die Rue Rambuteau in die Rue Coquillière zu Dehillerin. Wir sind ziemlich früh dran, da aber schon eine bezahlte Bestellung wartet, dürfen wir etwas eher reinschauen und kommen gerade recht mit den ersten Lieferanten des Tages dort an.

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Rue Montorgueil & Rue de Turbigo

Ganz bestimmt gehört dieses Geschäft zu meinen liebsten Stöber-Oasen und ich könnt ewig dort durch die Regale, Kästen und Körbe schauen. Im Kopf schreibe ich dann immer schon Einkaufslisten für den nächsten Besuch. Aber eines muss hier mal gesagt bzw. geschrieben werden. Dehillerin ist kein reines Patisserie-Fachgeschäft. Dehillerin ist spezialisiert auf Metall-Waren, hauptsächlich für die Küche und auch natürlich für die Patisserie. In hervorragender Qualität und großer Auswahl bekommt ihr dort jegliche Metall-Form für Küche und Patisserie, aber besonders auch Töpfe und Pfannen aus Kupfer, Messer und jegliche Art von Werkzeug für Küche und auch Patisserie. Mich wundert immer woher diese Texte im Internet stammen und eines ist klar, Ahnung hat man dann wohl keine. Vieles an Metall-Förmchen was ihr dort sehen werdet, ist für die klassische französische Küche gedacht und nicht alles was einen gewellten Rand hat, ist eine Törtchen-Form.

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E. Dehillerin
18 et 20 rue Coquillière, 75001 Paris
Geöffnet Mo – Sa von ca. 09:00 – 18:00

Der Einkauf bei Dehillerin ist speziell und eben an Profis orientiert. Neben dem urigen Geschäft aus längst vergangenen Zeiten, bekommt man hier eben auch eine fachkundige Beratung und dies setzt halt auch ein wenig Fachkenntnis bei den Einkäufern voraus. Die Ware ist nicht oder nur sehr selten mit Preisschilder versehen. Informationen über die Preise bekommt man über die ausgehängten Mappen. Dort sucht man sich seinen Artikel raus (wenn man weiß wie er heißt und was es ist) und entnimmt den Preis.

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Entremets Ringe, Messer, Töpfe, Pfannen – ein Sammelsurium an unverzichtbaren Utensilien für Küche und Patisserie.

Natürlich geben auch die Verkäufer Auskunft, aber macht euch nicht zu viele Hoffnungen. Möglich, dass sie euch, wenn viele Kunden im Laden sind, zu den Mappen schickt. Dies ist keine Unfreundlichkeit, das ist hier schlicht und ergreifend normal. Ein Tipp noch, die Herren sind gegen Charme und Witz nicht immun. Möglich, dass sich doch etwas mehr Zeit genommen wird, um etwas zu erklären 😉

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Tarte-Ringe in allen Größen und fast immer alles vorrätig.

Wenn ihr Glück habt und ein wenig Französisch versteht, könnt ihr hier so manchen großen Pariser-Chef seine nächste Bestellung aufgeben sehen und vielleicht ein paar interessante Informationen aufschnappen.

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Tja, für manch einen sieht der Himmel so aus.

Weiter geht es Richtung Madeleine. Die kurze Zahnarzt-Visite überspringen wir und wenn man schon am Place de la Madeleine ist und noch nicht gefrühstückt hat, dann kann man auch gleich bei Fauchon vorbei schauen.

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Rush hour in der Rue Royale. Im August eigentlich ganz erträglich.
Blick auf den Place de la Concorde und auf das Palais Bourbon und das Hôtel des Invalides.

Fauchon gehört zu den Traditions-Häusern in Sachen Genuss. Seit 130 Jahren wird hier Feinkost zelebriert. Egal ob ihr Kaviar, ausgesuchte Käse, Brot, Viennoiseries, Patisserie, Weine oder Champagner, Foie gras, Gewürze, Öle, Schinken, Pâtes en croûte oder Terrinen sucht, Fauchon hat es. Natürlich sind die Preise entsprechend der Auswahl und Qualität auch top.

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Fauchon
24-26 Place de la Madeleine, 75008 Paris
Geöffnet Mo – Sa von 10:00 – 20:30 Uhr
Der Bereich für Brot und Viennoiseries hat schon ab 08:00 Uhr geöffnet.

Früh morgens um 08:00 Uhr öffnet zwei Stunden vor allen anderen Abteilungen, der Bereich für Brot und Viennoiseries. Deshalb schaut doch mal hier vorbei und nehmt euch ein Frühstück für auf die Hand mit, z.B. einen Bostock, die sind riesig und reichen locker für zwei. Hier habe ich ein Rezept für den klassischen Bostock geposted. Aber auch ein Brioche oder ein Croissant sind eine gute Wahl.

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Bostock noisette von Fauchon zum Frühstück für auf die Hand.

Was wäre der Sommer in Paris ohne Paris Plages. Von Mitte Juli bis Mitte August könnt ihr jedes Jahr am Seine Ufer oder am Bassin de la Villett im 19. Arrondissement den Pariser-Sommer auf Liegestühlen genießen. Die Fahrbahn Georges-Pompidou wird gesperrt und teilweise mit Sand aufgeschüttet und ihr könnt mit Blick auf den Eiffelturm die Seele baumeln lassen oder an den vielfältigen Aktivitäten teilnehmen.

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Paris Plages, einer der Strände am rechten Seine Ufer

Dieser Event der Stadt Paris wird sehr gut angenommen und jedes Jahr sind alle Plätze schnell belegt. Die Liegestühle und alle Aktionen sind kostenlos und stehen Pariser und Touristen, egal ob groß oder klein, zur Verfügung.

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Paris Plages 2016 – noch sind ein paar Liegestühle frei

Ob Beach-Volleyball vor dem Rathaus, Tai-Chi an der Seine oder sich für den Aufenthalt ein Buch ausleihen, hier findet jeder etwas. Wasser aus den extra aufgestellten Wasserspendern, ist genauso kostenlos, wie die Nebelduschen zur Erfrischung oder die angebotenen Aktionen.

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Top Aussicht ist inklusive vom Seine-Strand.

Auch für die kleinen Besucher gibt es ein vielfältiges Programm und jedes Jahr werden neue tolle Angebote gemacht. Hier kommt ihr schnell mit euren Liegestuhl-Nachbaren ins Gespräch oder könnt einfach nur ein kleines Päuschen vom Stadtbummel machen.

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Gegen 10:00 hat man noch frei Wahl, später wird es richtig voll, aber ein kleines Plätzchen findet sich immer.

Dieses Jahr gab es so viel Security-Maßnahmen wie noch nie. Die Zugänge wurden streng kontrolliert. Armee, Polizei und Sicherheitskräfte patrouillierten in Zivil oder Uniform unaufhörlich die Seine entlang. Gestört habe ich mich dadurch nicht gefühlt, es war eher merkwürdig so gut bewacht zu sein.

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Tai Chi am Morgen und Tanz am Abend. Wenn es zu heiß wird, kann man sich unter den Nebelduschen abkühlen.

Weiter geht es in Richtung Père Lachaise. Auch wenn es seltsam klingt, wurde mir der weltberühmte Pariser Friedhof empfohlen, um von der Hitze und dem Stress eine kleine Auszeit zu nehmen. Vorher aber zeige ich euch noch eine meiner liebsten Métro Stationen in Paris. Die Station Arts et Métiers (Kunst und Wissenschaft) der Linien 3 und 11. Sie ist ganz mit Kupfer ausgekleidet und soll an die Nautilus aus dem Roman Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer von Jules Verne erinnern. Das Licht in dieser Station ist ganz besonders und die vielen Details wie Bullaugen und das glänzende Kupfer sprechen mich sehr an. Einfach wunderschön und interessant.

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Die Métro Station Arts et Métiers ist eine meiner Lieblings-Stationen der Pariser Métro.

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Arts et Métiers, hier fahren die Linien 3 und 11 der Pariser Métro

So, kommen wir nun zum Friedhof von Paris. Auch wenn es vielleicht ein wenig kindisch ist, ich hatte Bedenken, ob dies der richtige Ort für einen entspannten Hochsommer-Nachmittag ist. Eines kann ich schon mal nicht bestätigen, dass es dort besonders schattig ist. Natürlich gibt es sie die schattigen Plätze, aber meist knallte mir ganz schön die Sonne auf den Kopf. Aber dafür war es sehr ruhig, entspannt und spannender als ich dachte.

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Le Cimetière du Père Lachaise ist besimmt der berühmtste Friedhof der Welt.
16 rue du Repos, 75020 Paris

Die Dichte an französischer Geschichte und die unglaubliche Vielfalt an Grabstätten, mit ihren unterschiedlichen Gestaltungen je nach Stand und Epoche, haben mich dann doch neugierig gemacht. Liebevoll wurden einige Ruhestätten über Jahrhunderte gepflegt und dort werden bis heute noch Blumen und Bilder von den Verwandten niedergelegt. Andere sind ganz verfallen und die Inschriften sind kaum noch zu entziffern. Auch skurriles fehlt natürlich nicht.

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Noch wenige Meter bis zum Grab von Marcel Proust und ein Zeugnis für die großer Hundeliebe der Pariser.

Ein paar Fotos habe ich für euch gemacht und es war auch ganz interessant zu sehen, wie weit die Verehrung mancher Fans geht. Eine Frau war in Tränen aufgelöst, weil sie das Grab von Édith Piaf nicht finden konnte und dann überglücklich, als sie es doch noch eng zwischen vielen anderen entdecken konnte. Sie hatte die Befürchtung, dass sie aus Paris abreisen müsste, ohne dort Rosen niedergelegt zu haben.

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Begräbnisstätte von Marcel Proust.

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Das Grab von Oscar Wilde mit Glaswand, um es vor den Kuss-Attacken seiner Fans zu schützen.

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Édith Piaf, der Spatz von Paris. Weltberühmt und nach einem tragischen Leben, ganz unscheinbar im Familiengrab bestattet.

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Gertrude Stein, Schriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin. Ihr Salon in der Rue de Fleurus war das Zentrum vieler bekannter Künstler und Schriftsteller.

Den späten Nachmittag lasse ich am Buttes Chaumont ausklingen. Im Sommer ist dort das Rosa Bonheur, eine von mir gerne besuchte Lokalität. Freunde wohnen ganz in der Nähe und so treffen wir uns so häufig es geht dort, um laue Sommernächte zu genießen. Sehr legere und entspannte Atmosphäre mit vielen Events und es wird auch ordentlich gefeiert 😉

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Das Rosa Bonheur im Parc des Buttes Chaumont im 19. Arrondissement

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Der Parc Buttes Chaumont ist bei den Parisern sehr beliebt, trotzdem findet sich ein ruhiges Plätzchen

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Parc Buttes Chaumont

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Graffiti an den stillgelegten Bahngleisen des Buttes Chaumont

Vielleicht war wieder etwas für euren nächsten Paris-Besuch dabei und wenn es Fragen gibt, dann stellt sie doch einfach unten im Kommentar-Bereich.

La vie est belle

Eure
La Pâticesse

4 Kommentare

  1. Saskia sagt

    Liebe La Pâticesse,
    Dein Blog ist wunderbar und ich stöbere hier sehr gerne. Vielen Dank dafür!!

    Viele Grüße aus Potsdam, Saskia

    • La Pâticesse sagt

      Hallo Konrad,
      vielen dank für das schöne Bild deine Tarte sieht wunderbar aus 🙂

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